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Geschrieben von Laatzener am 26.01.2026 um 17:29:

  RE: Chaos auf Baden-Württembergs Autobahnen 1963

Zitat:
Original von Kälbchen
Moin,

nachfolgend verlinke ich eine kleine "Filmperle" aus der SWR-Retro-Mediathek.

Von Min. 01:08 bis Min. 01:12 fährt ein sehr früher Mercedes LP 315 mit Wackenhut-Fahrerhaus durchs
Bild, der einen Zweiachs-Pritschenanhänger mit einer sehr außergewöhnlichen Achskonstruktion zieht.

Kann jemand zu dem bezeichneten Anhänger sachdienliche Angaben machen?

Los geht's:
https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/chaos-auf-baden-wuerttembergs-autobahnen/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNzM3OTA

Gruß

Kälbchen


Moin Andreas,

ich bin mir nicht zu 100 % sicher, aber man kann vor der eigentlichen Achse eine Querblattfeder erkennen.

Zusammen mit der sehr schmal bauenden Zuggabel und dem längs verlaufendem Tragrohr unterhalb des Federendes deutet das auf eine Vorderachse mit Achsschenkellenkung hin, bei der wie bei Vorderachsen von PKW und LKW die Räder einzeln über ein Lenkgestänge gelenkt werden.

Üblich war und ist auch heute noch eine Drehschemellenkung, wobei die starre Achse am Drehgestell aufgehängt ist und mit einem Drehkranz mit dem Fahrgestell verbunden ist.

Um die Zug- und dabei höheren Lenkkräfte aufnehmen zu können, muß dabei die Zuggabel natürlich einen größeren Lageraugenabstand haben (idealerweise im Federmittenabstand)., da das gsamte Drehgestell bewegt werden muß.

Wer damals so etwas aufwendiges mit so vielen Dreh- und verschleißintensiven Lagerpunkten gebaut hat, kann ich nicht sagen

Gruß, Uli



Geschrieben von Flachskopp am 26.01.2026 um 19:49:

  RE: Chaos auf Baden-Württembergs Autobahnen 1963

Damit jetzt nicht alle diese Szene zum siebenunddreißigsten Mal vor- und zurückkurbeln müssen, hier mal zwei Standbilder. cool

Edit: Erst jetzt schuppt es sich auch mir von den Augen: Der Anhänger hat Pendel-Halbachsen wie bei DAF oder > Eylert < .
Und damit benögt er auch einen Drehkranz.

Edit: Leider habe ich von DAF nur die feste (Auflieger-)Achse gefunden. Klar ist jedenfalls, dass eine Feder vor und eine Feder hinter jedem Halbachs-Paar liegt und sich die Halbachsen aufgebockt frei drehen können, um überhaupt einen Reifenwechsel durchführen zu können.
https://myntransportblog.wordpress.com/wp-content/uploads/2013/10/1950-daf-schommelas-opleggers-serie-hd-c.jpg
https://myntransportblog.wordpress.com/wp-content/uploads/2013/10/1938-daf-pendelas-trailers.jpg
Die Ansicht vom Drehkranz der vorderen Achse wäre jetzt das eigentlich Spannende gewesen. ahnung Schade.



Geschrieben von Laatzener am 27.01.2026 um 10:08:

 

Na, da habe ich wohl die falschen Schlüsse gezogen . . .



Geschrieben von palmstroem am 27.01.2026 um 20:42:

  RE: Chaos auf Baden-Württembergs Autobahnen 1963

das ist eine in Holland weit verbreitete Achsanordnung zweier Stummelachsen, dort als Schommelachs bezeichnet. Bei uns wurde so etwas nur sehr vereinzelt verbaut und hat seine Bedeutung bei Schwerlasttransportern erlangt. Die verbauten zwei kurzen Pendelachsen erlaubten eine gleichmässige Lastverteilung bei seinerzeit noch häufigen runden Fahrbahnoberflächen, weil die Einzelachsen mittig aufgehängt waren und somit drehbar waren und sich der Fahrbahneigung anpassen konnten.



Geschrieben von Flachskopp am 27.01.2026 um 21:31:

 

Nur Dank in Längsrichtung eingebauter Federn hatten die Scheuerle-Tieflader Spurstangen gelenkte Fahrgestelle; d.h. jede Halbachse hatte einen eigenen Drehpunkt:
> Klick < .


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