Baumaschinenbilder.de - Forum (http://www.baumaschinenbilder.de/forum//index.php)
- Baumaschinen (http://www.baumaschinenbilder.de/forum//board.php?boardid=2)
--- Bagger (http://www.baumaschinenbilder.de/forum//board.php?boardid=15)
---- Mini- und Kompaktbagger (http://www.baumaschinenbilder.de/forum//board.php?boardid=122)
----- Schaeff HR25 - die Restauration (http://www.baumaschinenbilder.de/forum//thread.php?threadid=52323)


Geschrieben von Suggerlbauer am 26.01.2014 um 14:36:

  Schaeff HR25 - die Restauration

Servus Baggerfreunde!

Angeregt durch den Beitrag über den Menck M60 in der aktuellen "Last&Kraft" werde ich nun auch hier ab und zu über die Restauration meines Schaeff HR25/1 berichten.

Eigentlich bin ich auch durch meinen Großvater, der von 1962 bis 1985 Menck M90 fuhr (bei der Fa. Aukofer in Regensburg), schon sehr Menck-geprägt.

Eine ebay-Auktion mit eben diesem Schaeff hat mich nun auf die Idee gebracht, mir einen kleinen Bagger für Ladetätigkeiten und zum "Spielen" auf den Hof zu stellen. Er war dementsprechend günstig und so habe ich ihn blind gekauft. Wir sind dann mit dem Tieflader zum Standort nahe Rosenheim gefahren. Die Straßen zu dem Einödhof waren dermaßen eng, daß wir schon Angst hatten, nicht mehr in die Zivilisation zu kommen. Ermutigt durch den Verkäufer, der uns immer wieder am Telefon erklärte, daß die vorige Woche schon ein Sattelzug vorbeigefahren ist, wagten wir uns vorwärts. Die letzte Stichstraße zum Hof dann rückwärts. Dort angekommen, erfuhren wir, daß der Sattelzug eine Lenkachse besaß wall .

Gut, dann der Überraschungsmoment: Wir gingen zum Bagger. Gestartet wurde per Kabelkontakt - ein Zündschloß war nicht vorhanden. Der 2-Zylinder Deutz (Typ 912) kam auch nicht auf Touren, die Einspritzpumpe leckte. Dafür hatte der Vorbesitzer einen stylischen Emailletopf unter die Einspritzpumpe gestellt Zeigen . So, das Fahren zeigte sich etwas schwierig, da sich das rechte Laufwerk ständig miteinkuppelte. Wieso - dazu später. Mit Hängen und Würgen kroch der kleine Schaeff dann doch auf den Tieflader.

Zuhause angekommen, befreite ich ihn erst von fast 0,15m³ Dreck, der sich schön im Oberwagen verteilte. Auch ein fast 20cm langer Nagel kam zum Vorschein, der beim Betätigen des linken Laufwerks das rechte gleich mitbetätigte. Das erste Problem war gelöst. So, nun zum Schwenkwerk. Das funktionierte leider fast gar nicht. Gottseidank war lediglich die Hydraulik verstellt, so daß der Bagger nun seine Funktionen fast zu meiner Zufriedenheit ausführte. An der Dieselpumpe war auch nur ein O-Ring verrutscht, jedoch hatte der Vorbesitzer gleich noch einen zweiten zum Abdichten beigelegt - viel hilft viel wall ! Kaum war das Problem gelöst, lief der 912er auch wieder einwandfrei.

Nach einigen Arbeiten ist nun der rechte Fahrantrieb abgerissen (siehe Bild) - kein Wunder bei den schon fast künstlerischen Schweißnähten einer vorhergegangen Reparatur. Also, alle alten Schweißnähte abschleifen, alles verbogene mit Hydraulikhebern ausrichten, Fahrantrieb anheften - ausrichten und fertig schweißen. Zum Schluß noch neue Hydraulikschläuche drauf, die Schwenkverschraubungen natürlich vorher prüfen und nachziehen, und gut ist!

In der nächsten Zeit stehen am Bagger folgende Arbeiten an:

- Reparatur des Schwenkgetriebes
- Reparatur der Fahrwerksbremsen und der Schwenkwerksbremsen (wird bei dem Typ über extra betätigte Scheibenbremsen gemacht)
- Ausbüchsen und evtl. Nachschweißen des Auslegers
- Abdichten des Löffelstielzylinders
- Neuanfertigen der Kabine nach dem originalen Muster
- Neuanfertigen der Blechverkleidungen nach dem originalen Muster.

Selbstverständlich werde ich Euch so gut es geht von der Restauration berichten.


Für den, den's interessiert hier ein Artikel aus der BPZ über den Vorfahren aller Minibagger, den ersten Bagger mit Knickmatik und den ersten Kurzheckbagger - den Schaeff HR25: http://www.bpz-online.de/bpz/live/fachartikelarchiv/ha_artikel/show.php3?id=32564229&ps_alayout=l_2.inc

Hier nun ein paar Bilder:

1. im "gereinigten" Zustand nach dem Kauf
2. als "Wagenheber" beim Stapler-Ölwechsel
3. der abgerissene Fahrantrieb
4. und 5. jetziger Zustand (momentan nur etwas eingeschneit)



So, nun bis zum nächsten Mal prost

Viele Grüße
Alfred



Geschrieben von muli am 26.01.2014 um 14:55:

 

Nicht schlecht das Maschinchen, der stand doch schon des öfteren in ebay?
Glaube von dem Typ werden nicht viel überlebt haben, bzw. sieht man die ja nicht mehr an jeder Straßenecke.
Werde das Thema auf jeden Fall weiter verfolgen großes Grinsen aumen

Gruß Muli



Geschrieben von Suggerlbauer am 26.01.2014 um 15:07:

 

Servus Muli,

ja der stand zwei- oder dreimal drin. Den haben angeblich welche gesteigert und ihn dann nicht transportieren können. Ich glaub eher, die haben Reißaus genommen, wie sie ihn gesehen haben lol .

Der wurde laut Terex-Schaeff nicht sonderlich lange gebaut - von 1969 bis 1972. Dann wurde er schon vom HR26 abgelöst.

Viele Grüße
Alfred



Geschrieben von Suggerlbauer am 02.02.2014 um 15:03:

 

Für alle, die die Maschinennummer interessiert:

Schaeff HR25/1 - Maschinennummer 32/147.


Viele Grüße aus der Oberpfalz,
Alfred



Geschrieben von Suggerlbauer am 28.04.2014 um 11:23:

 

Habe die Ehre zusammen,

hab mal im Zusammenhang mit meinem HR25/1 eine vielleicht doofe Frage:

Bei ebay-Kleinanzeigen wird nun auch ein HR25/1 angeboten, der von der Maschinenummer her ein bißchen älter ist als meiner (also kleinere Maschinennummer). Jedoch hat dieser nicht die Schwenkwerks- und Fahrwerksbremse über an die Hydraulikmotore angeflanschten Scheibenbremsen. Auch fehlen im Führerhaus die Handbremshebel für die Betätigung von Anfang an (keine Durchgangsbohrungen für Bremszylinderbetätigung, etc.).

Auch habe ich mir mittlerweile eine Betriebsanweisung samt Ersatzteilliste für das Gerät besorgt. Die ist zwar ab Baujahr 1972, hat aber in der Ersatzteilliste die Fahr- und Schwenkwerksbremsen beschrieben - nur in der Betriebsanleitung werden sie leider mit keinem Wort erwähnt. Auch die Betätigunshebel sind mit keinem Wort erwähnt.

Weiß zufällig jemand warum?

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten!

Viele Grüße aus der Oberpfalz,
Alfred



Geschrieben von Busfahrer am 28.04.2014 um 12:09:

 

ServusSuggerlbauer,

wirst du den Bagger nur als Ausstellungsstück herichten, oder damit arbeiten ? Er ist und bleibt eine Rarität. Gutes Gelingen daumen daumen



Geschrieben von Suggerlbauer am 30.04.2014 um 14:55:

 

Servus Busfahrer,

der Schaeff wird sicher noch ab und zu arbeiten dürfen. Dieses Jahr wird er bei einem Bekannten im Forst neue Wege für den Rückeschlepper anlegen... Halt wahrscheinlich noch nicht ganz fertig restauriert hmm .

Bilder werden selbstverständlich folgen daumen !

Viele Grüße aus der Oberpfalz,
Alfred



Geschrieben von Suggerlbauer am 29.06.2014 um 19:59:

  ... weiter gehts

Servus zusammen,

nachdem ja das Fahrerhaus etwas sehr marode war und die Steuerung mit den direkt mechanisch angesteuerten Ventilen nicht gerade für längere und genauere Arbeiten komfortabel war habe ich mich entschlossen, das alte Fahrerhaus mitsamt der "alten Technik" zur Seite zu legen (man kann es ja jederzeit wieder umbauen...). So bleibt der HR25 dank moderner Technik noch öfter im Einsatz.

Verbaut wird jetzt ein Fahrerhaus von einem SR15 mitsamt dem vorgesteuerten Ventilblock. Geplant ist, es auf einem Rahmen so auf dem Bagger zu montieren, daß er jederzeit wieder in seinen Originalzustand versetzt werden kann.Hier mal ein paar Bilder:



Geschrieben von Suggerlbauer am 13.07.2014 um 19:52:

  ...des Baggers neue Kleider

Zum Test hab ich mal letzte Woche den provisorischen Fahrerhausunterbau samt dem Fahrerhaus vom Sennebogen SR15 auf meinen Schaeff gepackt, um zu sehen, wie "grausam" das Projekt aussehen wird.

Für alle "Original"-Fetischisten: Es wird alles so gebaut, daß er jederzeit wieder in den Originalzustand gesetzt werden kann - es werden nicht mal neue Bohrungen in den Oberwagen gebohrt. Selbstverständlich heb' ich auch alle hierfür notwendigen Teile auf Augenzwinkern .

Hier mal ein paar Bilder:



Geschrieben von Suggerlbauer am 13.07.2014 um 19:58:

  ...weiter geht's

So, gestern hab ich mal 'ne ruhige Minute gehabt und den Zwischenrahmen für das neue Fahrerhaus weitergebaut. Leider hab ich erst nachdem die Bodenplatte des Fahrerhauses draufgeschraubt war gesehen, daß das Bremspedal, das später für die Schwenkbremse verwendet werden soll, nach unten nicht frei geht. Ebenso bekomme ich ein Problem mit den Hydraulischläuchen bei den Pedalventilen für den Fahrantrieb und den Knickausleger. Deshalb wird demnächst das "Design" nochmal geändert werden müssen...

Die Bodenplatte vom Sennebogen habe ich mit einem herausnehmbaren Ausschnitt versehen (weiß nicht, ob man das auf dem Bild erkennen kann), damit man nach dem Herausnehmen des Fahrersitzes und dem Bodenplattenausschnitt jederzeit auf die Steuerblöcke und die Leitungen hinkommt.

Hier mal Bilder vom (noch nicht endgültigen) Zwischenrahmen samt Bodenplatte und der unter der Bodenplatte verbauten "Technik":


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH