Dabei seit: 14.09.2008
Name: Christian Herkunft: Voreifel
Alter: 53
Frontlenker
Hallo Detlef, hallo Henning,
ich danke Euch sehr für Eure Expertise. Hätte mich nicht getraut zu vermuten, dass es sich um einen HS 170 T handelt. Man lernt halt immer noch dazu und genau deshalb genieße ich dieses Forum hier.
Die Vermutung von Edgar, dass er evtl. aus Luxemburg ist, war auch mal mein Gedanke. Habe länger über das Kennzeichen gegrübelt und bin dann irgendwann mal auf ein altes belgisches gestoßen, welches auch nur aus einer Zahlenkombination bestand.
Als Anerkennung für Euch, hier ein weiterer Henschel Frontlenker bei dem ich nun mal auf einen HS 165 T tippe. Bin gespannt ob ihr mir zustimmt.
Der Hängerzug war damals im internationalen Fernverkehr für die Spedition Carl Dreckschmidt aus Bünde im Kreis Herford unterwegs.
Viele Grüße
Christian
vehiclejack hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Dabei seit: 09.05.2015
Name: Detlef Herkunft: Hamburg
Alter: 70
Hallo Christian,
ja, das ist ein HS 165 TI („I“ stand für Inland). Es war die letzte Version dieses Typs und der erste Henschel-Frontlenker, der für die ab 1960 geltende Erhöhung des Lastzug-Gesamtgewichts auf 32 t bereitstand. Um die erforderliche Motorleistung für die 6 PS/t-Formel zu erfüllen, war er jetzt mit einer 192 PS-Maschine ausgerüstet.
Aber von Anfang an. Im Jahr 1957 endete die Übergangsfrist für Neufahrzeuge über 12 t im Rahmen der ab 1956 geltenden „Seebohm“-Gesetzgebung, die das zulässige Lastzug-Gesamtgewicht auf 24 t begrenzte. Neue Fahrzeuge der Typen HS 145 und HS 165 wären nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben gewesen und verschwanden aus der inländischen Produktpalette und wurden nur noch für den Export als 16/19-Tonner angeboten. Als Nachfolger kam der Zwölftonner HS 120 T mit 145/150 PS ins Programm.
Dieser verwendete die gleichen Fahrerhäuser wie die großen Vorgänger. Die Position auf dem Fahrgestell änderte sich hier jedoch, und die Schutzbleche waren auf die Reifengrößen 10.00-/9.00-20 zugeschnitten. Durch diese Modifikationen musste die Form der Türen im unteren Bereich verändert werden. Aus Kostengründen wurden diese Türen dann auch für die anderen mit dieser Kabine ausgerüsteten Fahrzeuge genutzt. An dem oben abgebildeten „neuen“ HS 165 T mit 12.00-20-Bereifung kann man ganz gut sehen, dass dafür bei den großen Fahrzeugen zur Anpassung mit Zwischenstücken gezaubert werden musste.
Im Anhang – interessehalber – noch eine Tabelle der „Seebohm“- Fahrzeuge von Henschel aus der Last & Kraft 1/97
Viele Grüße
Detlef
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